Die Kraft der Nähe: Was hält uns noch zusammen? – mit Simon Strauß (#15)

Shownotes

Wir kommunizieren pausenlos – und doch geben wir uns immer seltener die Hand. Für Simon Strauß ist dies das politische Paradoxon unserer Zeit: Technologie katapultiert die Menschheit nach vorne und vereinzelt sie zugleich. Am Ende stünde eine hoch zivilisierte Gesellschaft, die den Wert der Nähe verloren hat und damit auch das Wissen darüber, was Menschsein eigentlich bedeutet.

Simon Strauß glaubt an die Kraft des Konkreten: an Orte, an Nähe, an das gemeinsame Erleben. Für sein Buch „In der Nähe" hat der Feuilleton-Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung die Kleinstadt Prenzlau in der Uckermark über Jahre hinweg beobachtet – und dort mehr über den Zustand der Republik gelernt als in jeder Talkshow.

Im Podcast erklärt er, warum politische Bindungskraft nicht aus dem Berechenbaren entsteht, sondern aus Erzählung, Ritual und Begegnung. Er beschreibt, wie Technologie uns vereinzelt, während echtes Vertrauen nur im direkten Miteinander wächst. Er plädiert für eine Politik, die wieder poetischer spricht und findet, dass wir eigentlich ganz anders über Klimaschutz sprechen müssen.

Ein Gespräch über Gemeinschaft und Ausgrenzung, über Autorität und Basisdemokratie – und über die Frage, ob Demokratie eine Bühne braucht.

**Moderation: **Marina Weisband, Dr. Stephan Muschick

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Transkript anzeigen

00:00:06: Wir müssen die Politik zurück in unser ... In unseren Alltag und unsere Libido, um es jetzt mal zum Abschluss noch einmal zu sagen.

00:00:13: Jetzt muss eine libidinöse Angelegenheit sein!

00:00:16: Wir brauchen das genauso wie wir die Befriedigung erotischem brauchen.

00:00:21: nur dann haben wir ne Chance etwas gegen die Radikalisierungsunternehmer dieser Welt entgegenzusetzen.

00:00:29: Und am Ende stehen wir vor der Paradoxie, dass wird zwar eine hochgradig Fortgeschrittene Menschheit haben die aber den Wert der Nähe eben völlig verloren hat und damit auch gar nicht mehr weiß, was Mensch sein eigentlich bedeutet.

00:00:45: Ich glaube es ist wichtiger dass wir uns für die Kneipen, Restaurants, kleinen Theater- und Versammlungsstätten einsetzen das das zu einer nationalen Aufgabe erklärt wird, dass es das gibt halte ich für wichtiger als die Vorstellung dass jetzt jeder bei der Rentenpolitik mitreden sollte.

00:01:01: Glaube ich einfach nicht!

00:01:05: Der Podcast, in dem Wissenschaft, Politik und Gesellschaft aufeinandertreffen.

00:01:11: Marina Weisbandt und Stefan Muschik sprechen mit ihren Gästen über die großen Fragen der Energie-

00:01:17: und

00:01:17: Klimawende – und darüber wie sie unser tägliches Leben verändern!

00:01:22: Und jetzt geht's los….

00:01:24: Hallo Marina!

00:01:25: Hallo Stettern!

00:01:27: Willkommen zu Die Energie der Gesellschaft!

00:01:30: Sag mal ich war im Urlaub und du hattest Die Freude mit Simon Strauß zu sprechen.

00:01:37: Und ich war gar nicht dabei!

00:01:40: Ja, das ist eigentlich ein Ohnding und das sollten wir auch nicht allzu häufig machen.

00:01:45: Das macht schon mehr Spaß wenn wir das Gemeinder machen.

00:01:49: also mir macht es mehr Spaß habe ich jetzt gerade nicht habe mich direkt vergleicht und ich glaube auch fürs Gespräch ist es gut.

00:01:54: und andererseits haben wir uns ja entschieden das so zu machen und es wurde auch ein gutes Gespräch.

00:02:01: und Hintergrund war auch ein bisschen dass Ein bisschen Zeit mit diesem Gast, den ich vorher nicht kannte.

00:02:07: Nur als Zeitungsredakteur, Theatervertiker und so weiter... ein bisschen Zeit nämlich einen Wochenende in der Uckermark verbringen durfte um dort mit ihm und seinen Gästen über das Thema Europa zu diskutieren.

00:02:21: Das fand ich super spannend an einem Ort der nicht nur offenbar für Simon Strauss unseren Gast eine Bedeutung hat denn er ist zum Teil dort aufgewachsen Sondern auch für unser Thema.

00:02:34: Für unser Thema, nämlich bei dem es um Gemeinschaft und Nähe geht, tatscht dich das irgendwie oder hast du deshalb gesagt ich bin im Urlaub weil du das Thema auf jeden Fall findest?

00:02:43: Das war nicht der einzige Grund warum ich in den Urlaub gefahren bin.

00:02:45: Ich habe ihn noch wirklich sehr gebraucht aber ich hab mich ja tatsächlich mit unserem Gast über seinen Buch beschäftigt und habe mir das zu Gemüte geführt Und habe dann auch ein paar Fragen per Sprachnachricht formuliert, weil das natürlich ein Thema ist.

00:03:01: Das bei mir sehr nah höhe ist.

00:03:03: es geht ja da sehr viel um die politische Kraft von Nähe und von Orten Von Örtlichkeit und dass ist das worin ich arbeite.

00:03:13: also mit Erkernen meiner Arbeit ist ja Ich stärke Demokratie aber nicht irgendwie auf Plakat Kampagnen wo ich sage Bundespolitik ist toll, Europapolitik ist toll.

00:03:24: Sondern in der Schule da wo Menschen sich face-to-face begegnen und je länger ich arbeite desto mehr arbeite ich im kommunalen, im örtlichen und dann natürlich durch diese politische Kraft hernehmen.

00:03:37: das heißt dass es das Okay, das klingt als würde danach noch eine Einschränkung kommen.

00:03:48: Ja es ist interessant also dass man und Frau aus unterschiedlichen Richtungen sich einem Thema annähern kann und man landet dann bei ganz konkreten Orten in der Kommune in einer Region dort wo sich Menschen begegnen und denkt sich, wow das ist ja sozusagen im Mikrokosmischen das was unser demokratisches Miteinander wenn wir es denn wollen ausmacht.

00:04:13: Und von daher kann ich auch sagen aus meiner Sicht die EON Foundation, die ist auch an diesem Thema interessiert.

00:04:21: Wir haben ja ein Projekt gefördert über lange Jahre Das nannte sich Kommunale Entwicklungsbeiräte wo wir unter anderem in ostdeutschen Kommunen nämlich in Frankfurt oder in Cottbus uns diesen Fragestellungen irgendwie angenehrt haben wie man Transformation, großes Wort konkret in der Kommune auf die Straße bringen kann sozusagen und da hatten wir interessante Diskussionen auch gesienes Schwahn darüber ob das jetzt irgendwie der gewählten repräsentativen Demokratie Konkurrenz machen würde.

00:04:52: Ob man das miteinander verbinden kann?

00:04:54: Wir haben mit Steffen Mao auch ein Podcast darüber diskutiert.

00:04:57: Wir hatten ihn ja auch schon als Gast.

00:04:58: also das ist so ein Thema wo... Also das teile ich total mit dir Wo ich denke, das ist mega relevant auch angesichts dessen was jetzt auch auf Länderebene und in Kommunen passiert wo die Herausforderungen liegen.

00:05:12: Und insofern habe ich mich ähnlich auf diesen Gast gefreut wie du offenbar auch.

00:05:23: Ich bin sehr gespannt wie er das ausformuliert und wie er es auch mit Klima- und Energiefragen in Verbindung bringt ihn einer doch entlang des politischen zutiefst gespaltenen Gesellschaft.

00:05:35: Wollen wir einfach mal reinhören?

00:05:37: Wir hören rein, wir holen ihn rein.

00:05:40: Simon Strauß, Redakteur im Vötum der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Buchautor.

00:05:47: Herzlich willkommen in unserem Podcast.

00:05:49: die Energie der Gesellschaft!

00:05:51: Grüßt sich Stefan

00:05:52: Schön, dass wir uns hier unterhalten über ein Thema was ursprünglich mal so ein bisschen angedacht war als ein Austausch über das Verhältnis zwischen Ost und West.

00:06:03: Können wir auch machen?

00:06:05: Und wir werden im Laufe des Gesprächs sehen, dass wird dieses Thema auch streichen, streifen werden aber vielmehr hat mich dann in der Vorbereitung vor dem Hintergrund der tiefgreifenden Umbrüche in den Deutschland-und Europa gerade stehen Ein ganz anderes Thema interessiert, was aber mit Ost und West in Zusammenhang steht.

00:06:27: Die Umbrüche wir kennen sie alle sind Digitalisierung Klimawandel die geopolitischen Krisen natürlich auch die steigende gesellschaftliche Polarisierung.

00:06:35: all das kann man natürlich auf einer soziologisch-gesellschaftlichen Ebene institutionellen Ebenen beschreiben.

00:06:41: Aber Alters verändert auch unser zusammenleben.

00:06:45: Und gleichzeitig weil die Menschen das irgendwie auch spüren ja Wächst bei den Menschen, ist man eine Behauptung.

00:06:54: Kannst du dich auch gerne zuverhalten?

00:06:56: Die Sehnsucht nach Orientierung, Zugehörigkeit und Gemeinschaften.

00:07:00: Und wenn man das Wort Gemeinshaft benutzt dann ist man natürlich gleich in einer irrsinnigen auch Ideengeschichtlichen Tradition.

00:07:08: Das wollen wir hier so ein bisschen aufdröseln.

00:07:11: Ja!

00:07:11: Ist Gemeinsschaft ein Gegenpol zu einer kalten institutionalisierten Gesellschaft?

00:07:17: Da sind wir ganz nah bei Ferdinand Tönnies.

00:07:20: Ist Gemeinschaft der Hoffnungsschimmer, um genau diese Zugehörigkeit zu erreichen?

00:07:26: Oder ist Gemeinschafters jetzt auch mal so irgendwie doch ein reaktionäres Konzept, weil es ein paar Auserwählte trifft.

00:07:34: Die B trifft die zur Gemeinscharf dazugehören aber mindestens genauso viel auch ausschließlich.

00:07:41: Also das sind so die Facetten des Gemeinschaftsbegriffs, ich würde es gerne mal auf die Frage formelhafte Frage zu spitzen ist Gemeinschaft über die wir heute reden nicht die neue Zivilgesellschaft?

00:07:52: Ist Gemeinsschaft den neuen Zivil-Gesellschaft?

00:07:54: also diese Frage vielleicht ist es auch Bullshit aber vielleicht dieses auch da etwas voran wir dort sein Tank hangen können.

00:08:00: du Simon Strauss beschäftigt sich nämlich seit Jahren auch mit genau dieser Frage.

00:08:05: Du hast ein Buch geschrieben, das erschien zwanzig... ...vierundzwanzig?

00:08:11: – Zwanziger.

00:08:12: Zwanzig heißt In der Nähe.

00:08:15: Da steckt also auch schon einen Terminustrin, der immer mit Gemeinschaft auch assoziiert wird und beschreibt anhand der Uckermarkt, der Stadt Prenzlau, Fragen wie Nähe, Verantwortung, demokratisches Engagement… Und natürlich auch versuchte Antwort darauf zu geben, weil diese Orte für möglicherweise interessanter sind als die Metropolen mit ihren Kiezern.

00:08:34: Also steh ich vor, Prenzler Berg ist ja eine hübsche Kurzkonzidenz.

00:08:39: Ich darf dich vielleicht kurz vorstellen und dann steigen wir ein ins Gespräch wenn das in Ordnung ist.

00:08:44: Wenn nicht bei dieser Vorstellung was falsch sage Quatschrede dann unterbricht mich bitte gern.

00:08:51: Vielleicht kommen wir darüber auch schon ins Gespräche.

00:08:53: also du bist Simon Strauß.

00:08:55: Simon Man ist in Westerlin geboren, bis dort auch zur Schule gegangen.

00:09:01: Lebst heute mit deiner Familie in Frankfurt am Main im Berlin und der Uckermark.

00:09:07: In der Uckermark bist du irgendwie auch aufgewachsen?

00:09:11: Vielleicht können wir darauf auch die biografische Details eingehen, weil es ist ja kein Zufall, das du ausgerechnet über den Prenzlauf schreibst.

00:09:21: Du hast Altertumswissenschaften und Geschichte Studiert in Deutschland und an europäischen Universitäten, unter anderem der University of Cambridge.

00:09:33: Hast proviert!

00:09:34: An der HU, zwölf bis zweitausendsechzehn hast ein Promotionsstudium absolviert Und das Thema deiner Dessertation lautet von Momsen zu geltser Konzeption römisch-republikanischer Gesellschaft in Staatsrecht und Mobilität.

00:09:51: Ich hoffe, ich habe

00:09:52: das richtig

00:09:52: widergegeben.

00:09:53: Ansonsten lügt Wikipedia!

00:09:59: Gastramaturgie hast du also aus Betanzen oder Gastramaturgie, Engage morgens an Theatern gehabt.

00:10:05: Und bis seit zwei Tausend Sechzehn und darüber muss ich sagen bin ich auf mich dich aufmerksam geworden Redakteur im Viertel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und schreibst dort unter anderem Theaterkritiken die ich meistens geil finde.

00:10:23: Und du moderierst auch ein Podcast podcast für Deutschland der FHZ Und das ist vielleicht ein ganz interessanter Schlenker.

00:10:32: Du beschäftigst dich nicht nur mit Theater, wobei – das ist überhaupt kein Widerspruch!

00:10:37: Nicht nur mit der UK-Marz sondern auch den ganzen großen Fragen der Menschheit Und bist hierzu mit Nobelpreisträgern in der Serie im Gespräch.

00:10:47: Du hast dich bei den Lindauer-Nobelpreisträger treffen, ich sag mal, im Bennen lassen.

00:10:52: Hast das begleitet – Mit Anreise und Abreise!

00:10:55: Das ist ein toller Ort, es ist eine tolle Atmosphäre.

00:10:59: Und zuletzt hast du über die Sehnsucht nach dem unendlichen Leben, nach dem ewigen Leben Longevity und mögliche Begrenzung gesprochen.

00:11:08: Ein Tausendsasser und ein Tausensasser wäre natürlich keiner, wenn er sich nicht auch mit Europa beschäftigen würde.

00:11:16: Das machst du ganz aktiv unter anderem in der Uckermark im... ...in einem Verein Arbeit an Europa den Du gegründet hast und der einmal mehr mal pro Jahr Menschen versammelt um sich über Europa auszutauschen.

00:11:30: Dort sind wir uns zuletzt begegnet.

00:11:31: das können wir alles disclosen ja und haben eine intensive Diskussion über Europa Die Möglichkeit einer illiberalen oder Unmöglichkeit einer illiberalen Demokratie über Demokratie und Rechtsstaat zu unterhalten.

00:11:46: Und das war eigentlich die Brücke in unseren heutigen Podcast, der sich wie gesagt um das Thema Gemeinschaft drehen soll.

00:11:56: Soweit zur Vorstellung.

00:11:57: habe ich was vergessen!

00:11:59: Nein, du hast es so ausführlich gemacht wie ich eigentlich sonst nie vorgestellt werde.

00:12:03: Das ist ganz großartig weil man ja selber dann nochmal die eigenen Facetten des Toons und Seins vor Augen geführt bekommt und auch die Widersprüchlichkeiten vielleicht in einem selber wohnen.

00:12:15: das ist sehr einungsvoll.

00:12:17: Danke.

00:12:18: Ja, schön das freut mich.

00:12:19: und da dann also ich meine es ist ja auch ein Punkt das ist eine Ebene die das Gespräch führt.

00:12:23: Das ist ja jetzt gar nicht nur so.

00:12:24: wir lesen aus Wikipedia aber es ist auch ein bisschen mehr.

00:12:27: Ich glaube die Facetten eines Gesprächs bilden sich halt auch über die Faceten des Gesprächspartnern ab.

00:12:33: Und da habe ich vielleicht auch vergessen dieses in der Nähe dieses Buch dass das ist ja sagen wir mal Sachbuch oder so einen Buch laden wäre das Sachbuch.

00:12:43: Aber du hast ja auch literarische fiktionale Texte geschrieben, in den verschiedenen Songs.

00:12:49: Also da steckt ja etwas in dir drin glaube ich sich dem Leben nicht nur sozusagen auf so einer... Ebene der Faktizität und also so zu nähern, sondern auch auf der Ebene von... Ich weiß es gar nicht.

00:13:03: Ja?

00:13:04: Auch von Möglichkeiten, von Fiktionalität, bei sie nicht Emotionen klingt dann schon wieder so nach Wutbürger, dass dem wollen wir gar nicht auf die Spur kommen aber einer Ebene, die jenseits der Korrelation und Kausalität von Fakten liegt.

00:13:22: Das ist für mich der Punkt!

00:13:24: und es ist genau schon der richtige Hinweis, weil ich würde sagen einerseits ja widerspricht nicht jetzt.

00:13:31: Also Basch hat jetzt Brenzlau die Uckermark insozialogische Studie auch mal eine Dissertation mit was weiß ich Jens Harzer den deutschen Theater der Frage wie man jetzt noch Shakespeare auf die Bühne bringen zu tun.

00:13:49: aber auf der anderen Seite gibt's da für mich eben schon ne Verbindungslinie und die würde wahrscheinlich in die Richtung gehen, dass ich sage, ich interessiere mich für Bindungskraft.

00:14:00: Also was kann Bindung zusammenhangt?

00:14:07: Zusammenhalt oder eben vor allem auch den Stolz auf das Gemeinsame herstellen?

00:14:15: so und da bin ich eben relativ fest von überzeugen.

00:14:18: es weiß an sich auch jeder von uns, dass das rein faktische berechenbare als Material nicht ausweicht für eine Bindungskraft.

00:14:31: Das merken wir jetzt im Großen und Politischen ganz deutlich, ich meine die großen Reformen, was man mehr Geld in der Tasche hat oder weniger oder was für potenzielle Verbesserungen der Steuerklasse XYZ.

00:14:47: Das führt offenbar ja nicht zu einem stärkeren Gemeinschaftsgefühl, zu einem Wir-Gefühl in diesem Land So wie es aber zum Beispiel, und da sage ich jetzt mal zwei Beispiele für die Stadt Prenzlau.

00:15:02: Die

00:15:03: das Feiern und das Veranstalten einer Landesgartenschau genau so bedeutet hat.

00:15:09: Das hat ein Wir-Gefühl dieser Stadt sehr, sehr stark befeuert.

00:15:13: oder wie meinetwegen auch eine Fußballweltmeisterschaft vielleicht nicht gerade dieses Spiel hierher.

00:15:17: Aber sonst auch auf sehr interessante Weise auf einmal Positivität,

00:15:24: Fahne...

00:15:25: Autriotismus, das Gefühl des Stolzes der Zusammenhangs herstellen kann.

00:15:32: Also beides Mal eigentlich aus dem kulturellen, herüberschwappende Inkredenzchen und eben eine Anreicherung des Materials, der Zahlen und Fakten die eben mit Generationen, mit den Narrativen, mit dem Zusammenhang Herstellen einhergeht.

00:15:50: Und deswegen würde ich eben auch sagen dass Literarische, dass Theatrale ist für mich Konstituierend, also für meinen Politikbegriff konstituierende.

00:15:59: Ich glaube an die Bedeutung von Erzählen von Zusammenhangherstellen für auch die politische Benoskraft, die wir so schlazig vermissen im Moment.

00:16:15: Das Interessante ist ja... ich habe sehr aufmerksam gelesen das Vorwort zu deinem Buch in der Nähe.

00:16:26: Das Interessante ist, dass du die beiden Pole ja aneinander annäherst.

00:16:31: Du beginnst mit einem Theaterstück und landest in Prenzlau und plötzlich bist du sozusagen in Deutschland und im Universum.

00:16:40: Also diese Bewegung scheint auch zu diesem Buch geführt zu haben.

00:16:46: Vielleicht kannst du das noch mal ein bisschen erläutern für diejenigen, die das Buch nicht gelesen haben?

00:16:50: Ja wie kommst du dahin?

00:16:52: Und dann hat dieses Theaterstück gespielt.

00:16:54: und vielleicht noch mal die Frage, wie fühlst du das?

00:17:00: Es gibt zu wenig Bindung oder das Gefühl von Bindung ist gar nicht so da.

00:17:05: Das sind ja auch schon fluffige Konzeptebegrifflichkeiten mit denen wir hier operieren.

00:17:11: Woher kommst du und wie misst du dass das in Prenzlau da ist oder nicht da ist?

00:17:16: Ja, das ist eine sehr interessante Frage.

00:17:17: Die zweite erste ganz kurz.

00:17:20: In der Tat habe ich mich verliebt in die Vorstellung dass man vom Kleinen aufs Große schauen kann also dieser uromantische Impuls dass man sagt im Kleinen das große und heilige entdecken wenn man so will.

00:17:30: ja der hat mich eben auch im Trendslau fasziniert dass man eben durch Dichte Beschreibung dieser Clifford Geertz-Schlagwort hat mich immer sehr inspiriert, durch die dichte Beschreiwungen des Kleinen, des Kleinstädtischen und des Kleinteiligen mehr versteht über die politischen Fragen unserer Zeit als wenn man eben nur Markus Lanz guckt oder sich mit der ganz großen Weltpolitik beschäftigt.

00:17:53: Also politischer eigentlich als etwas was aus der Polis, aus der Kleinstadt heraus erwächst als Gefühl.

00:17:59: das hat mich da ein paar Jahre bewegt.

00:18:02: Das Stück, unsere kleine Stadt von Thorsten Wilder versucht das auf seine Art eben auch also auf die literarisch-theatrale Art.

00:18:09: So ist es anhand der Beschreibung, der sehr dichten Beschreibungen, sehr emotionalen Beschreibungs einer kleinen Stadt eigentlich über das Amerikagefühl in diesem Falle.

00:18:19: Ähm, äh der äh das Mitte des, des zwanzig Jahrhunderts etwas, etwas Auszug zu verhandeln.

00:18:24: Ich glaube eben fest daran ja ich glaube sehr fest daran dass wir lernen etwas über Gesellschaft wenn wir uns bestimmte abgesteckte Bereiche vornehmen und die genau durchdringen.

00:18:36: Ich glaub' wir lernen nicht so viel durch die Überschriften und die Pauschalthemen.

00:18:40: Ja du hast es ja anfangs auch gesagt Digitalisierung, Spaltung, Radikalisierung Das sind so große Begriffe.

00:18:46: Wie soll ich sagen, da kann man immer ja und nein gleichzeitig zu sagen aber wir lernen nicht mehr so viel.

00:18:51: Vielleicht ist das auch eben eine Ermüdung mit den Großtheorien an den großen alles erklärenen Weltformelversuchen.

00:19:01: und jetzt brauchen wir eher wieder die Beschäftigung im Konkreten und damit eben aber auch dass an sich heranlassen der Wirklichkeit.

00:19:11: also so würde es eben auch mal ausdrücken Nicht wahr?

00:19:16: Die Theorie und die Praxis sind dann doch eben häufig sehr voneinander entfernt.

00:19:20: Und das ist ja genau auch das politische Zentralthema unserer Zeit, die Entfernung von Stadt und Land, von Elite und sozusagen den normalen in Anführungszeichen Bürgern.

00:19:29: Das sind immer alles Dichotomien oder Leitdifferenzen, die da aufgemacht worden sind jetzt in den letzten, was weiß ich Jahren vielleicht sogar schon Jahrzehnten, die jetzt diese explosive Mischung herbeigeführt haben.

00:19:43: Die Medien und die Klugen oder die Medienversuchs, das Bauchgefühl aber auch weil du den Podcast mit den Wissenschaftler angesprochen hast, die Wissenschaft, die Elite versus sozusagen die allgemeinen Bildung haben, ja den gesunden Menschenverstand also Stichwort Corona usw.

00:20:04: Also diese ist doch eine durchgehend sehr durch alle Länder eigentlich dieser Welt auch jetzt gerade fühlbare Strategie sagen wir mal eine bewusste oder unbewusste Strategie der Entzweihung in zwei Parteien, eigentlich leben wir in einer Welt der Zwei-Partein-Herrschaft, wenn man so will.

00:20:25: Und das ist glaube ich die erste Antwort auf deine Frage wie messen wir die Bindungsstärke und der Bindungslosigkeit

00:20:36: nicht?

00:20:37: Es ist so eine suggestive Erzählung die einen von den anderen absetzt.

00:20:45: Und da sind ganz viele Wahlkämpfe in den letzten Jahren, sind daran ja entschieden worden.

00:20:50: Ganz viele Gespräche drehen sich aber auch darum.

00:20:54: Es braucht immer etwas... Also man könnte ein paar Tage sagen, dass der Gemeinschaft bildet sich im Moment ja auch immer dar, wo sie nicht von etwas Anderen absetzt, ob das nur die Deutsche Bahn ist, von der man mich absetzt oder die AfD oder die ASD-Wähler Was weiß ich?

00:21:13: Klimabewegten, verspralten Grün.

00:21:16: Also jedenfalls immer braucht man eine andere, wahrscheinlich meistens eine kleinere Gruppe von der sich die Allgemeinheit dann absetzt und man selber ist immer der normale, der irgendwie wohlkalibrierte und die anderen sind extrem so.

00:21:29: Und deswegen kann man glauben... Genau, gesunde

00:21:31: Menschen verstehen das ist ja sowas, ne?

00:21:33: Genau!

00:21:33: Gesundene Menschen verstehen es auch.

00:21:34: Das ist ja nicht alles nur falsch.

00:21:36: Ich würde sagen unter dem Aspekt richtig oder falsch kann man da gar nicht unbedingt rangehen, weil vieles ist eben auch nicht eindeutig so oder so zu qualifizieren.

00:21:46: Aber es ist auf jeden Fall eine Bewegung, ja?

00:21:49: Eine geistesbewegung die sehr dominant und sehr suggestives im Moment.

00:21:54: Es ist nicht die Bewegung im Moment zu spüren und zwar würde ich sagen fast nirgendwo einer... Die Gemeinschaft ist das Zentrale.

00:22:03: Wir sind hier alle in einer sozusagen Schicksalsgemeinschaft um Ernst Renan, Ernest Renans Begriff aufzubringen.

00:22:15: Wir sind die verteidigungsbereite Gemeinschaft Die alles schützt was in dieser gemeinschaft ist und zwar vor allem auch die schwachen Und die Minderheiten und so weiter an zu folgen diesen Slogan der noch sagen wir mal vielleicht zu Obama's Anfangszeiten aus Amerika herüber schwappte und auf einmal eben eine große Erzählung der Gemeinschaft ins Gemeinsinnens niederkam.

00:22:41: Die sehe ich im Moment eigentlich nirgendwo, sondern die politischen Unternehmer der Gegenwart rechnen sehr stark in der anderen Währung, eben der der N-Zweih und so.

00:22:52: Und dazu kommt jetzt noch das habe ich da ein Linder mit den Nobelpreissegern intensiv diskutiert gefährliche und gleichzeitig enorm entusiasmierende, in dieser wirklichen Dialektik kann man das nur so ausdrücken.

00:23:06: Also die hochgefährlichen, leiserlich hochentusiasmierte bewusstseinsverändernde Kraft durch die künstliche Intelligenz, die uns einerseits als Menschheit enorm nach vorne katapultieren wird auch in kürzer Zeit schon an Erkenntnisse heranreichen lassen wird und auch an Heilungschancen für Krankheiten und eben Potenziale für unglaubliches Erfüllung von Träumen – die ganze Menschheitsgeschichte!

00:23:28: auf der anderen Seite aber eben Stefan und das ist ja eben der Punkt, der auch das politische Paradox daran ist.

00:23:35: Die Technologie uns immer stärker vereinzelt Sie führt nicht zusammen sondern sie lässt uns genügsam werden in unserer Form des der Kommunikation nämlich die eine Irreale, also eine fiktive Kommunikation ist.

00:23:50: Wir können Tage verbringen damit ohne jemanden wirklich die Hand zu geben in die Augen geschaut zu

00:23:55: haben.".

00:23:56: Ja?

00:23:56: Ich dachte gestern wieder, da ich das noch kurz sagen darf, weil ich es wichtig finde!

00:23:59: Ich dachte gerade gestern übernach.

00:24:01: Ich war gestern zusammen mit einem Mann hier aus der Region, der viel macht und so im ehrenamtlichen Engagement ist.

00:24:09: Und wir haben uns immer gesiezt und dann saßen wir gestern bei Mittagessen und Café und während des Gesprächs sagt er irgendwann Steffen, ja?

00:24:17: Also sagt ihr das gut mit des Du an und intuitiv gaben wir uns die Hand dabei.

00:24:22: Das macht man ja.

00:24:23: Man gibt sich dann die Hand und sagt ich bin Steffen Ich bin Simon.

00:24:25: Man geht sich wie um dieses du zu bekräftigen.

00:24:29: Das ist ja ein Ritual.

00:24:32: Man kann natürlich sagen, warum braucht es dieses Ritual?

00:24:35: Wir können uns doch auch über Zoom anbieten.

00:24:39: Und da würde ich aber eben sagen genau da ist der Moment wo Vertrauen entweder hergestellt wird und zwar Vertrauen in diesen Menschen ja also Interaktionen in den Menschen, aber dadurch eben auch Vertrauen im Gemeinschaft und dann am besten Fall auch in die Gesellschaft als Ganzes.

00:24:55: wenn du aber nur fiktive Rituale hast das sozusagen Bildschirm, der Bildschirm-Rhetorik oder noch besser das Chat und so weiter.

00:25:07: Dann gehen wir enorm viele Ressourcen des Vertrauens glaube ich auch abhanden und am Ende stehen wir vor der Paradoxie, dass wird zwar eine hochgradig Fortgeschrittene Menschheit haben die aber den Wert der Nähe eben völlig verloren hat und damit eben auch gar nicht mehr weiß, was Mensch sein eigentlich bedeutet.

00:25:24: Die Menschheit ist zwar dann am Ende eine unglaublich zivilisierte Aber sie habt die Seele und den Kern dessen das der Mensch ist verloren.

00:25:34: Ich habe an dieser Stelle eine Frage von Marina Weißbande.

00:25:37: Hat Sie mir per Sprachnachricht zugespielt?

00:25:40: Die betrifft das Thema näher so oder ich mache Spiel erst mal ab.

00:25:44: Hallo Herr Strauss, hier ist Marina.

00:25:46: Ich finde es sehr schade dass ich heute nicht dabei sein kann gerade weil mich ihr Buch tatsächlich sehr beschäftigt hat.

00:25:52: Sie schreiben ja immer wieder über mir und darüber das sie nicht nur etwas persönliches sondern auch etwas politisches

00:25:58: ist.

00:25:59: Mich würde interessieren warum spielt dieser Begriff für Ihr Verständnis vom Politik- und Gesellschaft so eine wichtige Rolle?

00:26:06: Was geht verloren wenn uns diese Nähe abhanden kommt?

00:26:12: Ja Im Prinzip hast du ja auf diese Frage schon geantwortet.

00:26:15: Ich war nicht schnell genug, aber vielleicht kannst du es nochmal mit Blick auch auf das was du in Prenzlauf vorgefunden hast?

00:26:21: Vielleicht kannst du's darauf noch mal beantworten.

00:26:24: die Frage von Maria Ja

00:26:25: ich glaube am Ende ist es deswegen so politisch weil es eben die Interessen abgelöst hat.

00:26:30: also man kann ja sagen dass lange Zeit Politik und auch Politiker damit gerechnet haben, dass sie die Interessen ihrer Wählerschaft vertreten müssen und dann gewählt werden.

00:26:40: Also klassische Beispiel FDP vertritt die Interesse der Unternehmerschaft und des Bürokratieabbaus und so weiter.

00:26:49: Ich glaube dieses Zeitalter ist aber in einer gewissen Weise vorbei.

00:26:52: Warum?

00:26:52: Weil eben das Berechenbare von Politik auch an eine Ende gekommen ist.

00:26:58: Es geht jetzt viel stärker um

00:27:01: die

00:27:02: psychosoziale, die psychopolitische sozusagen Vorstellungskraft, die ein Politiker oder eben auch die Gesellschaft an sich erwecken kann.

00:27:13: Und deswegen sind Inszenierungen oder inszenierte Nähe und das meine ich jetzt ganz wertvoll gesprochen, dass kein positiv oder negativ sei aber ist inszenierten Nähe mittlerweile wichtiger während meiner These als die faktische Interessens geleitete Klientelpolitik, sage ich jetzt mal.

00:27:32: Also wir machen die Politik für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

00:27:36: Es sieht man ja ganz deutlich an den Verlust auch der SPD als die Credibility der SPD, die so runtergegangen ist, weil niemand mit der Partei mehr irgendeine Form von Interessen voll Umsetzung, also die Umsetzung von Interessepolitik verbindet.

00:27:52: Und das führt dazu, dass viele Arbeitnehmerinnen und Ehrenhandwerker Arbeiter der AfD ihre Stimme geben.

00:27:58: Nicht weil sie dieses Boreil-Programm lesen und denken, das sind ja meine Interessen, die da drin stehen, sondern eben weil sie der psychosoziale, psychopolitischen Anziehungskraft einer Partei, die sich absetzt von dem Paradigma der Entfernung in Brüssel, organisieren wir die Fördermittel von der eben editären Vorstellung von Welt, von den gesetzungsgemachenden Mechanismen die eben allen möglichen riesig komplexen und schwierigen verrechtlichten Ausdrucksweisen gehorchen.

00:28:34: Also sich davon überall absetzt und eben die Nähe für sich erkannt hat als ein Spielfeld ja?

00:28:40: Und deswegen würde ich sagen ist das enorm wichtig dass sich Demokrat sich demokratisch verstehende Parteien damit auch beschäftigen und eben sich überlegen, in welcher Form sie ein bisschen einen Bewusstseinswandel durchmachen.

00:29:02: Und ich würde es noch mal sagen, es reicht nicht aus – auch wenn das viele Politiker im Moment glauben weil sie von den PR-Agenturen danach beraten werden – es reicht meiner Meinung nach nicht aus die sozialen Medienkanäle einfach noch mehr Banale, sage ich jetzt mal und noch körpernah näher Stichwort Essen.

00:29:20: Und so zu gespielen das ist vielleicht unter dem horisischen Aspekt gut und man kann da sicherlich auch den einen anderen Lacher und Punkt dafür.

00:29:29: aber noch wichtiger ist die wirkliche Intensive Auseinandersetzung mit der Frage was heißt eigentlich Das Verhältnis von Kommunalität Staatlichkeit.

00:29:41: Also in welcher Form ist das kommunale, was wir alle erleben?

00:29:44: Die Kommunen sind die Gemeinschaft, in der wir alle in irgendeiner Form sind.

00:29:47: Niemand lebt für sich allein, wie man lebt und existiert bis jetzt.

00:29:52: Wir sind alle dauernd in einer Gemeinsschaft.

00:29:55: Selbst wenn wir internationalisten sind brauchen wir trotzdem irgendwo Heimatbegriffe.

00:30:00: Der entscheidende Punkt, Stefan, ist auch die Frage, wie wir das kommunal empfinden, was Zum Kommunalen, zum Gemeinschaftlichen, zum Nachbarschaftlichen haben wir alle irgendwie ein warmes Verhältnis.

00:30:14: Auch wenn es durch Konflikte geprägt ist aber das ist jedenfalls real da!

00:30:18: Zum Staat und zu diesem Land als Ganzen.

00:30:21: jetzt bei Deutschland hat er aber irgendwie ein erkaltetes Verhältnis eine institutionelle Vorstellung etwas was mit Verrechtlichungen, mit Bürokratie, mit Schwierigkeit einhergeht.

00:30:30: Und die entscheidende Herausforderung unserer Zeit und dass auf die Frage von Marina Weißbank geantwortet ist doch mehr Nähe und mehr Wärme und mehr Nahbarkeit in die institutionelle Gegenwart unseres Landesfinein zu bringen.

00:30:45: Wie funktioniert das?

00:30:46: Ich würde sagen durch Geschichte, und Geschichten über Geschichte Das Potenzial des Theaters, der Inszenierung und das Literarischen auch nutzen.

00:30:57: Wir müssen wieder poetischer sprechen über dieses Land, wir müssen wieder eine größere Anziehungskraft erzeugen durch Worte, durch Begriffe die Könnensbewusstsein ausdrücken, die Möglichkeiten, das Potenzials des menschlichen auch gegen... Kaisierung unserer Identitäten setzt.

00:31:17: Also eigentlich ist es eine Möglichkeit für Sternstunde der politischen Bindungskraft, die jetzt kommt.

00:31:24: gerade durch die großen Bedrohungen und wachsenden Herausforderungen, sagen wir mal, die auf den Menschen einprasseln, ist die Politik eigentlich in einer gewisse Weise so, wächst hier eine seelsorgerische Bedeutung zu?

00:31:37: Und ja, eigentlich ist das hervorragende Zeit um politisch tätig zu werden

00:31:41: Die seelsorgerische Bedeutung der Politik.

00:31:43: Also nochmal kurz zurück nach Prenzlau, also für die Hörerinnen und Hörern, die das nicht ganz genau verorten können, es liegt wirklich im Nordosten der Republik.

00:31:54: Und im äußerstem Norden des Landes Brandenburg-Grenz glaube ich ziemlich nah an das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

00:32:01: Also da befindet man sich, Prenzel hat um die zwanzigtausend Einwohner ein bisschen drunter, glaube Noch mal zurück an dich, die Frage.

00:32:08: Prenzlau hat das für Dich?

00:32:09: Also was war denn Prenslau für DICH?

00:32:11: War das so ein Soziologisches Feld wo du das alles beobachten konntest?

00:32:17: oder bist du da hingegangen hast mit Leuten gesprochen und hast gesagt Ja!

00:32:21: Das was ich immer gedacht habe dass sie hier in Prenzer bestätigt und das würde ich gerne auch noch anderen erzählen.

00:32:26: also ist Prenza sozusagen ein Forschungsfeld gewesen.

00:32:30: Hat es deine Enphase, mit der du hier auch in diesem Podcast bist?

00:32:34: Hat die das bestärkt.

00:32:37: Also... Nein, es ist so gewesen.

00:32:41: Brenzler war für mich erst mal biografisch eben ein kleiner Referenzpunkt weil ich in der Nähe aufgewachsen bin und das hast du ja angedeutet.

00:32:46: Ich habe viel Zeit meiner Kindheit und auch meiner Jugend und so war viel in dir Gegend.

00:32:50: Und wenn immer man nach Brenzel gefahren hat aber nie wirklich ernst genommen als einen politischen Raum sondern eher als ein Konsumraum.

00:32:55: Ich bin da immer zum Marktkauf gefahren.

00:32:57: Das war's, was für eine hessische Stadt bin ich direkt gefahren?

00:33:01: Eigentlich hab' ich jetzt dann eben erst so... ... um im Jahr- und Jahrzehnte-Jährige-Kommunale, in dem ich mich beschäftigt habe mit Kommunalpolitik.

00:33:12: Und der Frage ist, wie weit die Entscheidungen auf der Bundesebene im Kommunalen ausgehandelt werden müssen?

00:33:20: In einer gewissen Weise habe ich das auch empfunden als eine Selbsthygiene des Journalisten, der auf die Welt schaut und versucht an Wirklichkeiten heranzukommen.

00:33:32: Ich normalerweise versuche hier... an die Wirklichkeiten der Gesellschaft durch ihre Selbstbeschreibung heranzukommen, also eben durch poetische, theatrale Texte oder Aufführungen.

00:33:40: Ja jede Gsiege, jede Bewegung eines Schauspielers heute sagt ja etwas über unsere Zeit.

00:33:46: Also so wie Pasolini sich beschäftigt hat mit dem Sexualverhalten der Italiener in den fünftiger Jahren und damit ein Bild gemalt hat der italienischen Gesellschaft.

00:33:55: So könnte man eben auch sagen wenn man Schauspiel betrachtet oder so wie ich es verstehe lernt man sehr viel über Die Verfassung unserer Gemüter und unserer Bewusstseinszustände, nicht wahr?

00:34:06: So.

00:34:06: Und so habe ich auch mich mit der Stadt Prenzlau beschäftigt und versucht an Wirklichkeit heranzukommen.

00:34:11: Ich muss sagen, in einer gewissen Weise war Prenznau für mich das was der Historiker Reinhard Kostellik mal das Veto Recht der Quellen genannt hat.

00:34:19: also Kostelik hat das gegen den sozusagen kompletten Deconstruktivismus ins Feld geführt und sagt man kann nicht einfach die Vergangenheit vollständig frei jeder Quelle vorstellen.

00:34:29: es gibt auch bei der Fizionalisierung und bei allem Beobachter abhängigen Mitteilungen jemand über Vergangenheiten macht so was wie Quellen, die ein Veto-Recht haben, die einen Veto einlegen können bei der Beschreibung von vergangenen Gegend war.

00:34:43: Und so würde ich Ihnen sagen hat bei meinem Blick auf Deutschland, bei meiner Beschreibungen der Deutschen Gegenwart Prenzlau hier und da ein Vetorecht eingelegt und gesagt na so ist es nicht.

00:34:55: also zum Beispiel bei meinen Blick auf die AfD ganz offen und auch etwas provokativ gesagt, hat mir die Begegnung und die lange Beschäftigung mit einer Person in dieser Partei.

00:35:06: Ich habe da über mehrere Monate einen jungen AfD-Landespolitiker begleitet der da im Prenz eben auch lokal politisch sehr aktiv ist und so.

00:35:15: Und natürlich hat sich auch manche bestätigt und manchmal meiner Vorurteile haben sie sich bestätigst und auch manch in meiner Abneigung gegenüber Geisteshaltung in dieser Partei dominieren sind.

00:35:25: Aber manches hat sich dann eben auch herausgestellt, dass ich das vorurteilshaft betrachtet habe und auch zugestehen muss, dass bestimmte Dynamiken und bestimmte Aktivitäten jetzt in diesem Falle von einem Individuum sehr wohl nicht einfach nur ideologisch abzutun sind und abzulehnen sind sondern sehr wohl auch wie soll man sagen Gemeinschaftsstiftendes sind ja also nur Beispiel, dass dieser AfD-Politiker in den Naturschutzbund ist sich für die Flutlichtanlagen des Fußballplatzes einsetzt, sich um junge Familien kümmert in der Stadt und so weiter und so fort.

00:35:58: Also ich würde nur sagen Vetorecht Der Knelle, Vetorech einer kleinen Stadt bei der Beschreibung Deutschlands.

00:36:05: das kann ich eigentlich nur sehr empfehlen jedem von uns wenn er über Deutschland spricht nicht einfach nur wie gesagt mit Markus Lanz eindrücken darauf zu kommen sondern aus der konkreten Beschäftigung mit Problemen vor Ort die dann eben möglicherweise auch andere Lösungen erwarten, als die wir so verhandeln.

00:36:26: Auch im medialen Komplex sondern eben vielleicht Lösungen, die eher in emotionalem Psychologischen liegen und am Ende deswegen zurückkehren zu meiner These dass die Politik auch seelsaugerische Qualitäten jetzt an den Tag legen muss bin ich überzeugt davon, dass das menschliche ja ein großes Potenzial hat auch des Zusammenführends.

00:36:46: Die Maschinen und die KI wird uns nicht zusammenführen!

00:36:50: Und die politischen Radikalitätsunternehmer wollen uns ja auseinanderdriften damit sie Geschäfte machen ganz banal.

00:36:56: Das kann man ja auch fast gar nicht vorwerfen.

00:36:58: Es ist einfach Opportunismus.

00:37:00: Man sagt, damit verdient man im Moment eben politische Währung mit der Entzweionstaktik.

00:37:04: aber Was ist der Mensch?

00:37:05: Politische

00:37:06: Währung und richtiges Geld natürlich auch im Tech-Konzernen schaut.

00:37:10: Ja klar, klar!

00:37:11: Das ist ja eine ökonomische Triebkraft warum die Algorithmen so funktionieren wie sie funktionieren.

00:37:16: Und auch der amerikanischen Präsident verdient ja enormes gutes Geld damit.

00:37:19: na klar.

00:37:20: Na klar.

00:37:21: Aber weißt du das glaube ich, ich glaube mir befestern dass ich habe ein Bild von Menschen der vielleicht aber auch vom Antiken her kommt.

00:37:26: ich habe einen relativ robustes Menschenbild.

00:37:28: Ich glaube einfach an die Widerstandsfähigkeit der des Gefühls, dass wir Menschen dachten sind in der Lage zu fühlen und die Empfindsamkeit uns auch zum Antreiber für bestimmte Aktionen und Aktivitäten machen.

00:37:46: Das kann man manchmal ins Romantische abgleiten aber ich glaube eben am Ende das ist die wichtigste und stärkste Bindungskraft, die wir Menschen haben miteinander fühlen und füreinander fühlen können.

00:37:58: Und es deswegen eben auch ja, miteinander ins Benehmen setzen werden.

00:38:03: Das wird unsere Widerstandsfähigkeit am Ende bedeuten gegenüber der Technologie die alles jetzt in Beschlagnemen will.

00:38:13: Wobei ich ergänzen oder einwenden möchte oder hoffentlich darf.

00:38:19: also das bezieht sich auch bisschen auf Koselek.

00:38:23: Also Koselek lässt ja nicht nur die Quellen sprechen und sagt so ist es eigentlich gewesen, sondern er sieht ja schon den dialektischen Schluss des Erzählens.

00:38:31: Und so bist du natürlich auch ohne dir zu nahe treten zu wollen ein Beobachter der mit einer bestimmten intellektuellen Vorgprägung sich dieser Beschreibung oder Gemeinschaft annimmt.

00:38:44: So das ist glaube ich so und so viel Konstruktivismus oder Kybernetik oder Systemtheoret Das muss sein.

00:38:53: Ich will das nur mal ins Positive wenden, ja?

00:38:56: Diese ganze Prenzlau-Geschichte hat ja – wenn ich das richtig sehe – diese Artikelserie in FAZ auch stattgefunden vor den Landtagswahlen in Brandenburg, glaube ich oder im Ugenfeld so, ne?

00:39:09: Und jetzt stehen wir wieder vor Landtagswahlen im September in Sachsen-Anhalt und im nächsten Vorpommern im Land Berlin.

00:39:18: Und da gibt es ja einen, also den Spitzenkandidaten einer der großen demokratischen Parteien.

00:39:23: Der CDU ist Sven Schulze, der struggled ja sozusagen auch gut zu landen.

00:39:27: wenn du jetzt sein Berater wärst also von Sven Schulzer welche Learnings würdest du ihm dann mit geben oder mitbringen aus deiner wirklich sehr intensiven Befassung vor Ort in Brandenburg?

00:39:39: Ich glaube, der braucht keine Ratschläge von mir.

00:39:40: Der ist selber ziemlich gut im Kommunalen und im lokalpolitischen Vernetzt.

00:39:45: Er macht ja schon seit zwanzig Jahren oder länger... Politik wirklich auch vor Ort.

00:39:51: Genau das ist der Typus von Politiker, den es braucht.

00:39:53: Der eben die Kommune ... Den Wert eines Bürgermeister-Postings, den Wert auf das Ehrenamtlichen Engagierens für die Demokratie sehr zu schätzen weiß.

00:40:03: Das heißt dem würde ich jetzt nicht so nasenweise irgendwie mitteilen müssen mal ein bisschen mehr in die Richtung und lassen sie das mal mit Hallervorden lieber sein und beschäftigen sich mal ein bißchen mehr mit Kant.

00:40:13: Das würde ich nicht machen!

00:40:16: Am Ende habe ich Respekt.

00:40:18: Ich muss sagen, ich hab Respekt vor diesen Leuten die sich jetzt hinstellt und in dieser Zeit... Resonanz-Rhetorik, die wir im Moment ja haben.

00:40:29: Das heißt so viele Menschen wollen eigentlich Dinge sagen einfach nur um sie zu sagen und etwas rauszulassen und ihren Rachsucht freienlauf zu lassen.

00:40:38: das muss man ja auch mal sagen.

00:40:39: da können die Politiker und das meine ich jetzt wirklich querbeet.

00:40:41: also ich habe da nehme ich auch wirklich exklusiv die AfD-Politiker mit ein rein was ihr alle abbekommt und zum Teil ja auch mit hin bis zur gewalttätigen Anwürfe und so weiter.

00:40:52: Also jeder der sich da im moment hinstellt in dieser aufgewirbelten Zeit und irgendwie Verantwortung versucht, zumindest zu suggerieren.

00:41:02: Also Verantwortungsbereitschaft hat meinen Respekt.

00:41:05: Nein ich glaube wir sollten gar nicht so sehr den Politikern Tipps geben Stefan!

00:41:08: Wir sollten uns selber also der sogenannten Zivilgesellschaft, wir sollten uns versuchen gegenseitig Tipps zu geben.

00:41:16: nur weil du es angesprochen hast unser Europatag hier vor ein paar Tagen im Europaspeicher Wo es um Ungeangehen und die Frage in liberale Demokratie.

00:41:27: Und so, Thomas Demisierender dazu Gastwahl hat wie ich fand genau das Richtige gesagt.

00:41:31: Es geht vor allem darum teilzunehmen aktive Posten einzunehmen den Kampf um die Demokratie nicht nur rettos zu führen sondern den vielleicht grau- und rückwärtsklingenden Bereichen eines Schulbeirats, einer Gewerkschaft, einer Kirchengemeinde.

00:41:51: Einer in welcher Form auch immer selbstverweite Organisationen.

00:41:55: Weil nur wenn du das lernst... Und ich glaube, dass ist wirklich ein entscheidender Punkt gerade auch einer jetzigen Generation unserer Kindern!

00:42:03: die

00:42:03: überhaupt gar keine Nahverhältnis mehr zu solchen verpflichtenden, selbstorganisierenden Bereichen empfinden.

00:42:10: Sondern das Gefühl eben haben – die Kommunikation in den sozialen Medien reicht aus als politische Feldbetätigung.

00:42:19: Ich glaube Ihnen ganz stark daran, deswegen auch unsere kleine Stadt und deswegen auch Pänzermann lernt Politik so wie man das lieben!

00:42:26: Auch nur lernt in der Praxis.

00:42:28: Das ist doch eigentlich das Wichtig.

00:42:30: Du kannst alle möglichen Theorien über das Lieben lesen und dir angeschauen, im Netz alles Mögliche in allen Pornografien dieser Welt angucken und alle Techniken.

00:42:39: aber das lieben lernen also das Liebesspiel aber auch das Liebem im sozusagen schwierigen und aushaltbaren Beziehung.

00:42:45: für das Lernst du nun der Praxis?

00:42:47: Und genau so... Ich würde

00:42:49: ja sagen, dass lernt man über die Literatur Aber das ist nochmal eine andere Geschichte.

00:42:52: Das Lernen wir über Literatur bei nur die Lecture von Anna Kareninger.

00:42:55: wird ich dann auch nicht zu einem guten Liebhaber wenn ich jetzt einen Doppel im Sinne mache.

00:42:59: Da

00:42:59: muss sich dann noch was ändern in meinem Leben!

00:43:01: Nein, du musst auf jeden Fall tätig erdenen und dich auch die blutigen Nasen holen und zuhören und Konflikte und Schmerzeifers.

00:43:12: Das gehört alles dazu beim Liebig- und bei der Politik genauso.

00:43:14: Wir haben irgendwie das Gefühl... Weißt du?

00:43:16: Das ist genau das Thema jetzt.

00:43:17: Ich glaube, genau das Zentrum des Podcasts geht darum, dass die Politik

00:43:22: nicht

00:43:23: zulehnt.

00:43:24: Und wir als Zivilgärmung tun, dass es Politik zu so einem verrechtlichsten Beruf wird, dass ein paar Leute noch ausüben und die Sache dann regeln.

00:43:35: Und

00:43:35: alle anderen

00:43:36: haben damit eigentlich gar nichts mehr zu tun.

00:43:38: Es ist sozusagen die Sache von einigen wenigen Politikers.

00:43:42: Das is fatal!

00:43:43: Weil dadurch machen wir uns enorm angreifbar.

00:43:45: Damit ist die berühmte Resilienzfähigkeit einer Gesellschaft enorm angetast.

00:43:50: Politik muss ein flächendeckendes Erfahrungsraum sein Ähnlich wie die Liebe.

00:43:57: Wir verlernen uns zu lieben, dann sind wir am Ende.

00:44:00: und wenn wir verlernen Politik

00:44:02: zu

00:44:04: empfinden als das Ureigene, als etwas dass uns selbst betrifft.

00:44:10: und so weit gehe ich an den Buch zu sagen man wird sogar nur zu einem besseren Menschen, wenn man ein politisch denkender Mensch ist ja oder ein politischer Handelermensch ist.

00:44:19: also das ist der entscheidende Punkt.

00:44:21: wir müssen die Politik zurück in unser In unseren Alltag und in unsere Libido, um es jetzt mal zum Abschluss noch einmal zu sagen holen.

00:44:30: Das muss eine libidinöse Angelegenheit sein!

00:44:32: Wir brauchen das genauso wie wir die Befriedigung erotischem brauchen.

00:44:38: nur dann haben wir eine Chance etwas gegen die Radikalisierungsunternehmer dieser Welt entgegenzusetzen.

00:44:47: Die Libido der Politik, das ist doch eigentlich ganz schön.

00:44:50: Ich würde es noch nicht ganz als Schlusswort gelten lassen wenn ich noch zwei Aspekte irgendwie aufgreifen kann die ganz eng mit dem gesagten Zusammenhängen.

00:45:00: also erst mal nochmal im Rückblick auf diesen Europatag der da in der Scheune in der Uckermark stattgefunden hat hat.

00:45:09: Du hast Thomas de Maizère erwähnt mit Christoph Möller im Dialog, das war wirklich hochgradig interessant auch über die Frage wie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit miteinander zusammenhängen?

00:45:22: Ein Thema was mir da was dabei immer so implizit gestriffen oder vielleicht auch vermieden wurde war die Frage inwieweit Politik auch sozusagen oder unsere Demokratie auf das erfolgreiche Agieren von Parteien angewiesen ist.

00:45:38: Das ist ja so ein Thema, was Steffen Mauer auch so ein bisschen aufgebracht hat und auch im Gespräch – wir hatten ihn ja auch mal hier im Podcast, wo er sagt naja im Osten ist die Bindungskraft der Parteien sehr gering zumindest der traditionellen westdeutschen mittlerweile auch der anderen.

00:45:54: also ist eine ganz große Frage und wenn du sagst wir vertagen das mal aus später dann können wir das gerne machen.

00:46:01: aber habe ich das richtig wahrgenommen?

00:46:03: eine Lehrstelle war, die Diskussion darüber wie man auch angesichts zu einer Situation in Osterschein ist eine Demokratie ohne die Parteien die wir jetzt kennen denkbar oder ist das dann keine Demokratie mehr?

00:46:20: Ich habe eine Frage kann ich nicht beantworten.

00:46:24: Glaube aber dass also diese Demokratie diese Bundesrepublikanik ist da nicht denkbar weil es ja im Bund gesetzt steht.

00:46:31: Also unsere Parteien sind konstitutiv verbunden mit der Demokratie.

00:46:38: Ich glaube allerdings, seine Frage zielt auch ins Zentrum dessen was wir mit dem Begriff des Bewusstseins zusammen haben.

00:46:47: Was für ein Bewusstsein haben wir von der Politik vom Land?

00:46:50: Was ist das für uns und wenn es eben jetzt immer stärker zu so einer

00:46:58: Dienstleistungsfrage

00:47:00: wird?

00:47:02: also ich verspiele eigentlich jetzt ich als der Otto-Normal Amazon Kunde verstehe Politik eigentlich auch nur als einen Dienstleister unter anderem, der mir eben im Zweifelsfalle das und das liefern soll.

00:47:16: Mich sonst aber in Ruhe lassen soll und wenn er es nicht liefert dann schreibe ich mir Beschwerde und wenn die Beschwerden nicht, dann bin ich richtig sauer und dann kündige ich das Abo ja?

00:47:24: Wenn das grassierender wird, dann in der Tat kann man sich alles Mögliche vorstellen was sich verändert in diesem Zusammenhang mit Parteien weil Parteien am Ende natürlich das sind Ich soll sagen, Transmissionsregimen für politisches Missbehaar.

00:47:45: Und wenn man die Wurzeln des Baumes – so hat das ja auch beschrieben worden – die Parteien der Wurzel des Baumesdemokratie reingehen in die Fläche und eben aufsaugen?

00:47:54: Was gibt es denn da nach oben dran?

00:47:56: Wenn wir das nicht mehr haben sondern der Meinung sind dass alles über das Digitale also der digitale Souverän der entscheidende ist Dann in der Tat ändert sich was Fundamentales.

00:48:07: Ich weiß nicht genau, ob das auch eine positive Vision sein könnte.

00:48:12: Weil natürlich kann man ganz viel gegen Parteien herrschaften und die Parteien, die immer nur einen bestimmten Typus fördern.

00:48:19: Und man muss die Ochsentur machen um irgendwann dann nach oben zu kommen.

00:48:23: Die Klage, die ja auch sehr berechtigt sind über Politiker, die eigentlich ihr ganzes Leben noch nichts alles gemacht haben als Klientel zu befriedigen und da strategisch kommunizieren und da sich ein bisschen zu orientieren.

00:48:33: Das ist natürlich... an sich auch keine wirklich befriedigende Ausgangsläge.

00:48:38: Aber die Vorstellung, dass das alles digital funktioniert und jeder Bürger am Ende zweiundachtzig Millionen sozusagen die Parteien ersetzen indem sie Klicks machen.

00:48:49: da wäre ich sehr skeptisch weil am ende das natürlich die Tyrannei der Mehrheit aus sein kann.

00:48:54: nicht also Ich persönlich wäre für mehr Elite ja für mir vorstellungen von wirtlicher Kompetenz und von Fähigkeit, auch der Aura einer Autorität.

00:49:08: Also ich wäre für mehr Autoritäts eigentlich, dass man eben in vieler Hinsicht nicht so tut als wäre alles... verhandelbar und alles demokratisch legitimierbar, sondern dass es bestimmte Glaubenssätze auch gibt.

00:49:24: So würde ich sagen heilige Glauben-Sätze die eben unverhandelbare sind und über die dann auch wenige wachen.

00:49:31: Und das ist ja sowas für das Bundesverfassungsgericht am Ende auch so eine heiligen Instanz wenn man so will.

00:49:36: Das Recht an sich was immer so ganz rational kühl daherkommt hat auch etwas Heiliges an sich.

00:49:42: wir nennen das nur nicht heilig Ähm, ähnlich wie das Geld.

00:49:46: Aber diese Instanzen sich daran orientieren uns ein bisschen stärker eben, das ethische moralische Rauszuholen aus dieser sagen wir mal Politisierung und die Höhe des... eine bestimmte Höhe einzunehmen und auch souverän nach außen zu vertreten.

00:50:07: Das merkte man jetzt ja in diesen letzten Diskussionen um die letzten Fragen, wenn man so will.

00:50:12: Also einerseits um die Diskussion um Verfassungsrichts im Brotius-Gerstdorf wo es um Abtreibungsfragen ging Aber dann jetzt auch bei der Diskussion um Jens Spahn und die Frage Leimutterschaft.

00:50:21: Da wurden auf einmal so Sphären berührt, die die Politik eigentlich sehr ungern berührt in unserer Zeit nämlich moralisch, tiefmoralische Tief am Ende auch Glaubensfragen.

00:50:31: aber da fand ich wiederum ist sie irgendwie auch zu denen ich unterwegs, ja?

00:50:36: diese Aspekte zu betrachten und die auch eben mit einer gewissen Autorität nach vorn zu stellen.

00:50:41: Also deswegen, ich wäre für weniger Mehrheit in mancher Hinsicht.

00:50:48: Okay dann bleiben zwei Fragen für mich.

00:50:50: Die können wir vielleicht mal wirklich lassen uns das mal überlegen wie man das auch nochmal mit zum Beispiel jemanden wie Steffen Mao weiter diskutieren kann.

00:50:57: also erstens Wie verträgt sich dieser Ansatz ja mehr Autoritätsmehr?

00:51:01: Vielleicht Heiligkeit in der Politik mit dem, ich sage es mal ganz platt, basisdemokratischen Ansatz von Nähe und Gemeinschaft usw.

00:51:11: Also so das ist vielleicht keine Ahnung.

00:51:14: Und das andere ist sozusagen meine Frage wie mit der... Parteiendemokratie zielte, also klar das ist ein Weg.

00:51:22: Ein Irrweg auf dem man sich begeben kann aber gibt es da nicht auch jenseits von?

00:51:26: wir machen dann eine Klick-Demokratie draus?

00:51:28: Gibt's denn ich auch positive Ansätze die im Grunde das Aufgreifen was du ja auch schon gesagt hast?

00:51:33: Also Formen von direkter Demokratie, von Einbindung... Ich weiß es nicht!

00:51:38: Also von Aushandlungsprozessen.

00:51:44: Das ist ja auch eine mögliche Diskussion, die man wirklicherweise führen kann.

00:51:47: Um die Menschen in Prenzlau und anderswo in Walda noch mal abzuholen?

00:51:52: Also ich

00:51:52: denke nicht genau... Da bin ich anderer Meinung als Chef Mao!

00:51:54: Ich glaube nicht an die Zukunft der Demokratie durch Bürgerräte oder durch mehr direkte Demokraties glaub' ich nicht.

00:52:01: Ich glaube an Orte, ich glaube an die Bedeutung von Orten, von Räumen Zusammenhang, der vorgeführt wird von theatralen Elementen in unseren Städtengemeinschaften und damit auch in der Gesellschaft.

00:52:16: Ich glaube es ist wichtiger dass wir uns für die Kneipen, Restaurants, kleinen Theater- und Versandungsstätten einsetzen das das zu einer nationalen Aufgabe erklärt wird, dass es das gibt halt ich für wichtiger als die Vorstellung dass jetzt jeder bei der Rentenpolitik mitreden sollte.

00:52:32: Glaube ich einfach nicht!

00:52:34: da wie gesagt an die Bedeutung von Interaktion unter Anwesenden, gerade durch den Einfluss der technischen Entzweihungsstrategien und Konsumentengefühlen.

00:52:44: Da ist das gemeinsame Lagerfeuer, ich muss mal jetzt nochmal plastisch zu sagen sehr wichtig.

00:52:50: Das andere was du sagst natürlich zurecht, wie trägt sich jetzt Nähe- und Gemeinschaftsutopie mit mehr Autorität?

00:52:59: Und am Ende Gehobenheit auch.

00:53:02: Da würde ich sagen, da muss man ja nur mal in die Geschichte gucken.

00:53:04: Ernst Kantorowicz, zwei Körper des Königs hat eine politische Theorie entwickelt, die genau die Aura behandelt hat – also Aura als politischen Begriff, die gerade einer – in diesem Fall natürlich monarchistischem Herrscherfigur.

00:53:21: aber ich glaube eben auch an den demokratischen Herrscherviguren, die es gibt und an von Anführern, ja?

00:53:29: Liedern.

00:53:30: Leadership, dass man das durchaus zusammenbringen kann also die Vorstellungen vom Nähegefühl mit einem demokratischen Lieder.

00:53:41: ich denke manchmal sogar an den Ausdruck eines sanften Populisten denen wir jetzt brauchen Der auch so Populist.

00:53:49: und Populismus, dass er so negativ betrachtet ist falsch.

00:53:52: Weil Demokratie hat immer was mit Populismus zu tun.

00:53:55: Das endet ja schon in dem Wort drin.

00:53:56: Populus, die lange wir jedenfalls mehrheiten... Formen wollen nicht nur Mehrheit in Folgen, sondern auch mehr halt in Formen wie Berg das ausdrückt.

00:54:06: Das ist Demokratie ja?

00:54:08: Solange das jedenfalls unser Mechanismus ist brauchen wir die Aura auch eines Anführers der in einer gewissen Weise auch Entscheidungen nicht nur trifft, sondern sie eben auch inszeniert und vorstellt.

00:54:25: Und all das, wie gesagt, hängt vielleicht mit meinem am Ende dann theatralen Politikbegriff zusammen.

00:54:30: Der aber eben – ich verweise mich auf Kantorowicz durchaus auch in der politischen Theorie – verankert ist, dass man eben hingeht und die Demokratie als ein Spektakel, als eine Bühne betrachtet, auf der eben auch gespielt wird.

00:54:44: Das Spiel ist nichts Negatives oder Päoratives, sondern es ist zentraler Inbegriff dessen was Menschen brauchen, um Bildungskraft zu entwickeln.

00:54:54: Das würde ich am Ende sagen ja!

00:54:56: Wir brauchen das politische auch als eine Spielform menschlicher Existenz und das Spielen als etwas Positives müssen wir anerkennen und uns daran eigentlich auch orientieren und dass eben auch feiern und enthusiastisch darüber werden.

00:55:11: Ich würde das gerne als Schluss verstehen lassen, aber ich bekomme ein Problem mit denjenigen die mich bezahlen.

00:55:18: Das ist ja eine Energieversorgungsunternehmen oder die Stiftung geworden und deswegen muss ich jetzt noch eine Frage zur Energiewende stellen.

00:55:24: Aber die knüpft eigentlich unmittelbar darauf an weil wir uns natürlich als Stiftungen Gedanken machen warum das alles?

00:55:31: also Klima spielt keine Rolle mehr vermeintlich der Skeptizismus von Menschen nimmt zu usw.

00:55:36: Und dann kommen wir auch manchmal auf diesen Begriff, also einerseits mehr Nähe und andererseits sanfter Populismus.

00:55:44: Und es ist ja so, ich bin auch auf der Anreise.

00:55:47: Ich bin ein bisschen durch Mecklenburg gefahren mit meinem Auto und in jedem zweiten, in jedem Dorf steht wir sind gegen Windkraft

00:55:54: usw.,

00:55:55: also diese Initiativen aus naturschützerischen oder was elitenfeindlichen Argumenten und das könnte auch wahlentscheidend sein im Mecklemurg-Vorpommern.

00:56:04: Auf der anderen Seite hat die Energiewende eine Utopie.

00:56:07: von einer von Gemeinschaftsstiften den Elementen, also in der Energiegenossenschaft zu gründen ist ja erstmal nichts Falsches.

00:56:14: Da kannst du die Leute ansprechen und können davon profitieren usw.

00:56:19: Also meine Frage, die ich daraus ableite nochmal an dich oder sind wir noch mal bei Prenzlau in der kleinen Stadt haben?

00:56:25: das liegt jetzt schon was ich nicht zwei Jahre zurück.

00:56:29: deine Gespräche haben diese Fragen der Energiewende also was für mich immer so etwas ist wie Demokratie, Politik auch kommunales unter dem Brennglas.

00:56:38: hat es diese Diskussion gegeben?

00:56:40: und würdest du auch sagen dass Energiewende dann erfolgreicher wäre wenn es vielleicht auf der einen Seite mehr charismatische Führung gäbe.

00:56:49: Und auf der anderen Seite mehr Möglichkeiten für die Menschen dort anzudochen?

00:56:54: Absolut also ich glaube das ganze Thema Energiewende Klimawandel Umweltbewegung krankt daran, dass es zu wenig Charisma, zu wenig Aura und Heiligkeit zulässt.

00:57:11: Es ist so in dem Verklemmte aggressiven ... ähm, besser wisserischen Milieu verhaftet.

00:57:20: Ja ist doch ganz klar dass wir das brauchen.

00:57:23: gar keine Diskussion.

00:57:24: alle die gegen Windkraft sind es sind sowieso von vorgestern.

00:57:27: also da ist genau dieses.

00:57:29: auch wir separieren uns von den Dummen.

00:57:32: Wir sind die Klugen die wissen wie die Umwelt Wie die Erde zu schützen und so weiter.

00:57:37: Da

00:57:37: haben wir einfach glaube ich jetzt in eine Sackgasse hinein ja Luisa Neubauer Sack Gasse hineingeraten.

00:57:43: Und da kommen wir nur heraus wenn wir mit anderen Begriffen über das Sprechen, worum es eigentlich geht.

00:57:50: Nämlich worum geht's?

00:57:51: Stefan, es geht um Leben!

00:57:52: Es geht nicht um ... Kultur, Kultur oder Zivilisation und Technologie.

00:57:59: Es geht um die Frage wie wollen wir in Zukunft leben?

00:58:03: Welche Gefahren gibt es für dieses Leben?

00:58:06: Welcher Bedrohung?

00:58:07: Und da zählt natürlich – sehen wir jetzt ja aktuell.

00:58:10: gerade habe ich mit einem Freund der in Frankreich den Flammen da entkommen ist, telefoniert.

00:58:15: Wir sind ja unmittelbar ins Auge dem infernalischen was wir erleben das natürlich etwas mit unserer Lebensweise zu tun.

00:58:23: Aber da muss man sich eben auch etwas lösen von der Vorstellung.

00:58:26: Wir müssen ein paar Windkrafträder hinsetzen und dann ist die Sache schon geregelt, sondern wir müssen eigentlich auch da über den Menschen Konsumwahn und seiner Wohlstandsideologie reden, der eben immer mehr sozusagen Abnehmlichkeiten haben will.

00:58:43: Und gleichzeitig aber das Gefühl hat durch ein paar technologische Verbesserungen können wir uns den Luxus des Überflusses leisten und gleichzeitig die Umwelt schonen oder retten.

00:58:54: ja bisschen weniger Fleisch und dann ist die Sache schon.

00:58:57: Das ist falsch!

00:58:57: Wir müssen auch da eine große Debatte führen über das Leben auf dem Planeten.

00:59:04: Billy Brandt hat in Lindau, da wo ich war schon vor einigen Jahrzehnten eine wirklich eindrucksvolle Umweltpolitische Rede gehalten, die empfehle

00:59:14: ich

00:59:15: allen Hörerinnen und Hörern, die sich für Umweltfragen interessieren.

00:59:19: Weil darin ein Ton angeschlagen war oder wurde der biblischen Charakter hat?

00:59:24: Und die Frage eben des Menschen in seiner Umweltschaft und des sündhaften eines Menschen, der sich über das Maß schlägt.

00:59:33: Damals waren ja schon die Grenzen des Wachstums im Schwange.

00:59:37: Wir haben aber das Gefühl jetzt gerade doch... Das ist sowas von Oldschool, Grenz des Wachstums.

00:59:44: Wir können doch alles machen mit unserer technologischen Superriorität.

00:59:53: Speicher, ja.

00:59:54: Also Datenspeicher.

00:59:56: Google macht alles Geld in Cloud-Systeme die enorm viel Strom verbrauchen.

01:00:01: Die haben das Gefühl wir kommunizieren umsonst.

01:00:03: Das Gegenteil ist der Fall.

01:00:04: muss ich dir nicht sagen Wir verbrauchten mit jedem jeden Podcastaufnahme wie diese Verbrauchen wir enorm viel Energie und das sind alle so Dinge.

01:00:13: wie soll ich sagen?

01:00:13: Ich will das wegnehmen von diesen moralpolitischen Kleinen sondern ins große Heben.

01:00:18: Wir brauchen eine philosophische eine politphilosophische herangehensweise, die eben das Sakral- und metaphysische der ganzen Fragesteller nicht außer Acht lässt.

01:00:27: Sondern dadurch viel stärker wird.

01:00:29: Das wäre mein Ratschlag an EON.

01:00:31: Nehmen wir das metaphysische Ernster bei der Frage des Klimawandels!

01:00:44: Die Frage, die wir allen stellen, Frage eins gehört auch unmittelbar zusammen Und wir sind schon sehr, sehr metaphysisch mit diesen Fragen Was bringt dich zur Verzweiflung?

01:00:54: wenn meine Kinder nicht einschlafen macht.

01:00:57: Sehr gut, tun Sie das nicht?

01:01:00: Das ist alles eine Phase.

01:01:00: Das mache ich

01:01:01: wie letzte Nacht zum Beispiel nicht.

01:01:04: Es ist

01:01:05: alles ne Phase und okay dann andersherum.

01:01:09: was macht dir Hoffnung, siehmannstrauß?

01:01:12: Wir machen Hoffnungen, wenn Menschen lachen und sich in die Augen schauen und nach einem Streit wieder umarmen und gemeinsam tanzen und trinken Und in den Himmel schauen, das macht mir hoffen Menschen die sich wieder vertragen.

01:01:28: Wunderbar!

01:01:29: Herzlichen Dank Simon Strauß.

01:01:31: zum Thema Nähe und Gemeinschaft wir haben viel über Prenzler geredet.

01:01:34: ich hoffe dass hat unsere Hörerinnen und Hörern auch interessiert oder wird sie interessieren wenn Sie diese Podcast auch seichen können werden.

01:01:43: Ich denke mal wir bleiben im Gespräch denn das sind so Fragen.

01:01:46: Gemeinsschaft lässt sich ja nicht alleine herstellen.

01:01:49: Das liegt hier in der Natur der Sache.

01:01:50: Insofern nochmal herzlichen Dank.

01:01:52: und auf einmal Simon

01:01:53: Auf ganz bald Stefan, ich freu mich.

01:01:54: Danke dir!

01:01:57: Marina?

01:01:58: Ja Du hast es gehört.

01:01:59: Ich hab ähm... habe es versäumt eine deiner Fragen an Simon Strauß zu stellen.

01:02:05: Arsch war auf mein Haupt.

01:02:06: Ich bin dich dazwischen gekommen.

01:02:08: Der hat geredet und gerede mit großer Empphase Und dachte er hat deine Frage beantwortet.

01:02:17: Gar kein Problem.

01:02:18: Tatsächlich hatte ja viele meiner Fragen beantworten.

01:02:22: Ich bin in vielem mit ihm d'accord.

01:02:25: Also erstens, ich finde es tatsächlich sehr naheliegend dass das kommunale, das echte, das pragmatische natürlich Menschen in einer Zeit der politischen Spaltung verbindet weil uns ja auf unsere menschlichen Grundbedürfnisse zurückwirft.

01:02:40: also da wo wir nicht große politische Theorie vor uns her schieben sondern wo wir leben und wo wir akzeptiert werden wollen gesehen werden wollen gebraucht werden wollen Sicherheit wollen Und das haben wir ja nun alle gemeinsam, egal was unsere Politik ist.

01:02:55: Es gibt jetzt ein paar Punkte wo ich mit ihm das Gespräch hören doch sehr auseinandergegangen bin.

01:03:03: Wo ich auch gedacht habe, vielleicht ist es auch gut dass sich nicht da war sonst wäre es ein Streitgespräch geworden.

01:03:09: Hätte es auf sein können warum nicht?

01:03:10: Hätte er es!

01:03:11: Also ich finde das eine ist natürlich man kann natürlich sagen Ja die AfD und das muss man ja alles so betrachten die wollen irgendwie Flutlicht vom Fußballplatz.

01:03:21: Ja, aber man darf das auch nicht trivialisieren dass sogar die Leute, die vor Ort halbwegs vernünftig sind sich natürlich trotzdem zum Instrument einer Ideologie machen, die Demokratie zerstören wird.

01:03:38: Das andere wo ich glaube ich stärker noch auseinander gehe ist Ich finde es lustig, dass er einerseits sagt wir brauchen die Kommune.

01:03:47: Das Gefühl der Nähe das psychosoziale an der Politik aber dann wahrscheinlich aufgrund seiner politischen Haltung trotzdem sagt ich will aber nicht Basis demokratischer werden ich will schon mehr Autorität ich will diesen Papa Staat wo ich denke dass die Krise unserer Zeit ja gerade ist dass das Prinzip Papa Staat Nicht funktioniert.

01:04:10: und er hat einen Schlüssel Satz gesagt den habe ich abgefeiert.

01:04:13: Der hat so viel, sagt die Brechenbarkeit der Politik ist verloren gegangen.

01:04:20: Und das finde ich so wichtig und das ist wahr!

01:04:22: Die Welt ist so komplex geworden... ...und Parteien stehen nicht mehr wirklich für irgendwas.

01:04:27: Wenn ich will keine Ahnung dass Kriegseinsätze unterstützt werden dann machen das heute die Grünen und wenn ich will das Atomkraftwerke abgeschaltet werden dann macht das die CDU.

01:04:36: es ist seltsam.

01:04:38: Das entfremdet auch von dieser Klientelpolitik auf der die BRD so viele Jahre basiert hat.

01:04:46: Ich glaube, wir können dahinter nicht mehr zurück und ich glaube dass diese Komplexität nur abgefangen werden kann von Ownership, vom Gefühl das wir alle mitmachen Und ich glaube das Gefühl, dass draus versucht darauf zu beschwören.

01:05:02: Das funktioniert nicht einfach nur mit mehr Autorität So charismatisch sie auch sei.

01:05:06: erstens ich möchte nicht darauf vertrauen ist die Leute immer klug gut, herzlich und charismatisch sind.

01:05:12: Denn in diese Ämter kommen nicht nur solche Leute!

01:05:16: Und zweitens ich glaube so lässt sich das Gefühl von Onership auch gar nicht herstellen sondern es muss über Basis demokratische Prinzipien funktionieren.

01:05:25: Ja interessant was du da sagst und das war für mich jetzt auch nochmal.

01:05:28: also dieses Gespräch eine Lektion, auch die Sprechsführung Das ist wirklich etwas anderes wenn man allein mit jemanden spricht oder wenn wir das zu zweit machen.

01:05:35: Da kann man sicherlich auch ein bisschen starker auf mit verteilten Rollen spielen.

01:05:40: Und dennoch habe ich diese Punkte, die haben mich auch gezwigert.

01:05:45: Vielleicht etwas anders nörgänziert?

01:05:47: Aber dieser Widerspruch zwischen ... Die Stadt abfeiern und gleichzeitig sich den charismatischen Führer wünschen.

01:05:55: Das muss man so sagen oder Führers... Charismatische Persönlichkeit, Führungspersönlichkeit.

01:06:01: Ja ja, Leadership in dem Sinne das muss man einfach noch mal weiter besprechen.

01:06:06: wir haben es ja angedeutet im Podcast also ist wirklich auch interessant Und es sieht zumindest auch für mich erst mal auf den ersten Blick wie der Spruch aus.

01:06:15: Die andere Geschichte, also AfD kümmert sich um die Flugdichtanlage vor Ort und so weiter und sofort.

01:06:23: da habe ich mich bewusst zurückgehalten weil man auch erstmal vielleicht Dinge im Raum schwingen und stehen lassen muss.

01:06:33: und was natürlich zurück bleibt ist die Frage ja kann alles sein, also auch die Gefahren für die Demokratie.

01:06:39: Die will ich überhaupt nicht kleinreden gar nicht!

01:06:41: Aber die Frage was mache ich mit den Menschen?

01:06:43: Die beantwortest du damit natürlich nicht so und insofern ist das eine Herausforderung sich zumindest dieser Dimension von Politik in der Kommune anzunähern und man kann es ja auch andersrum angehen.

01:06:55: Man kann ja sagen hey und das ist ja vielfach beschrieben die viele etablierte Parteien alle keine Ahnung haben sich aus der Fläche zurückgezogen und haben sich nicht gekümmert.

01:07:07: Und dann kam halt die Bratwurst!

01:07:09: Ich glaube, dass die Frage ja durchaus auch mit dem Instrumentarium das ihr beide gesprochen habt beantwortbar ist.

01:07:16: Denn was machen wir mit den Menschen?

01:07:18: Ganz einfach, wir werfen es wieder zurück auf diese psychosozialen Grundsätze.

01:07:23: Was brauchen Menschen?

01:07:24: Menschen brauchen jemanden, der sich um das Flutlicht im Fußballstadion kümmert.

01:07:28: Das können wir machen ohne diesen Tribalismus, ohne zu sagen die blöden Grünen oder die Blöden sonst wer.

01:07:35: Ich glaube wenn wir alles kleiner weniger theoretisch weniger Social Media getrieben betrachten ich habe ja nun keine so große Skepsis gegen Digitalisierung per se aber diese Marktlogik der Kommunikation und der Aufregung die unserer Medienlandschaft inne wohnt da stimme ich natürlich zu auf dieser pragmatischen Ebene betrachten, dann brauchen wir gar keine Tribalisierung.

01:08:03: Das Witzige ist aber er hat gesagt... Wir wollen eine Gemeinschaft und im Moment ist dieser Spaltungsinstinkt und wir können nur Gemeinschöpfen bilden gegen ein Outgroup.

01:08:13: also wir können Nurgemeinschaft in Ablehnung von jemandem bilden Und wir müssen doch eine Eine-Kohärente-Gemeinschaft bilden die ihre Mitglieder beschützt.

01:08:21: und dann dachte ich Ja, aber beschütz vor wem?

01:08:24: Jede Ingroup bildet sich immer Abgrenzung gegen ein Outgroup, das ist menschlich.

01:08:31: Auch das ist sozusagen eine grundsätzliche Frage die man an dieses Konzept von Gemeinschaft stellen kann.

01:08:37: also vielleicht muss man es auch im Plural benutzen ja Gemeinschaften und dann ist man vielleicht ein bisschen näher dran was ja zum Beispiel ja auf die Vielfalt Europas ausmacht.

01:08:50: Also, ich meine wir machen ja jetzt hier auch keine Blattkritik und so weiter und sofort.

01:08:54: Und hoffen natürlich dass sich die Hörerinnen und Hörern selber ihr Bild machen und das wäre wirklich toll wenn wir dazu auch Feedback bekommen würden wie zu allen unseren Folgen Wie diese Dinge betrachtet werden.

01:09:09: also Ich glaube es ist ein Bewusstsein dafür da wo Defizite liegen nehmen mich in einem allzu abstrakten entfremdeten schematischen Projetivverständnis und dieser fehlenden Zurechenbarkeit usw.

01:09:27: Es gibt Menschen, die eine Ahnung davon haben wo vielleicht ein Lösungsraum liegen könnte und es gilt diesen Auszuformen in Arbeit ja das ist ganz klar und aber auch in solchen Gesprächen.

01:09:39: deswegen schätze ich dass was wir hier zu machen so sehr und auch die Folge mit Simon Strauss Und wir haben ja auch mit ganz anderen Protagonistinnen und Protagonisten schon in unserem Podcast geredet, und werden es weiter tun.

01:09:51: Aber auszuloten, wo nicht Dinge dann doch überschneiden?

01:09:54: In allen Differenzen!

01:09:55: Das war nicht auch interessant, dass wir verdammt nochmal auf vielleicht unsere Toleranzschwelle ein bisschen ausweiten oder verschieben müssen um diese Schnittmenge etwas größer zu machen, um das Machbare hinzubekommen.

01:10:06: Das ist für mich ein interessanter Gedanke Total.

01:10:09: Also verstehe mich nicht falsch, wenn ich widerspreche dann widerspräche ich nicht weil ich sage oh der Mensch hat Unrecht mit dem möchte Ich gar nicht sprechen sondern ich widere spreche ja Weil ich das glück hatte mit den menschen zu sprechen und weil ich im widerspruch Im so gratischen Dialog hoffe an eine tiefere größere Wahrheit zu kommen.

01:10:25: also gerade dass ist Der vorteil davon mit Menschen Mit ganz unterschiedlichen Ansichten zu sprechen.

01:10:30: Und wenn ich ihnen widerspreche Dann will ich sie nicht delegitimieren oder sagen Oh das ist ne schlechte ansicht Sondern Ich suche den Widerspruch, weil ich ausloten möchte.

01:10:40: Wo habe ich unrecht?

01:10:41: Wo hast du

01:10:42: unrecht?!

01:10:42: Wo haben wir Gemeinsamkeiten und wo sind die Räume in denen wir arbeiten

01:10:47: können?".

01:10:47: Und ich finde dazu hat dieses Gespräch extrem eingeladen gerade dadurch dass es so voller vermeintlich scheinbarer Widersprüche war Und ich verstehe auch total, wo er herkommt mit charismatischer Leadership.

01:11:02: Ich meine Soran Mamdani ist so jemand auf den gerade alle Linken gucken und den total abfeiern... ...und das nicht!

01:11:08: Weil New York jetzt plötzlich basisdemokratisch geworden ist sondern weil da endlich jemand ist der freundlich und kompetent wirkt und zumindest den Eindruck vermittelt dass er dich gern hat.

01:11:19: Ich glaube, dass auch so etwas als bindende Kraft fehlt.

01:11:23: Da stimme ich total zu!

01:11:24: Ich finde es wahnsinnig spannend was unsere nächsten Gäste mit diesen Ansätzen machen die wir ihnen dann auch wieder vorhalten werden in den Fragen und ich bin auch total gespannt was die Zuhörerinnen denken und wo sie widersprechen und wo Sie zustimmen.

01:11:38: Ja Marina also du hast gefehlt in dieser Frage.

01:11:40: Schön das wir uns jetzt trotzdem noch getroffen haben um das ein bisschen zu... zu reflektieren.

01:11:46: So dieses Thema und wie du sagst, dass allein diese Folge eröffnet viele neue Fragestellungen.

01:11:55: die Liste unserer künftigen Gäste ist auch lang und insofern hoffe ich natürlich das diese Idee über die Energie der Gesellschaft, die positiven Energien dieser Gesellschaft in dem Runden Übrigens Gesellschaft, Gemeinschaft, die Energie der Gemeinschafter kann man auch fast philosophisch oder sociologisch werden.

01:12:14: Also das trägt uns noch ein bisschen weiter und insofern freue ich mich schon auf die nächste Folge mit dir gemeinsam!

01:12:22: So

01:12:41: helft ihr uns, noch mehr Menschen zu erreichen.

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